Wieder mal eine, wird sich vielleicht mancher denken. Allerdings hatte ich eigensinnige Wünsche:
Da ich Zimo MX9 verwende, kam ich
auf die Idee, dessen Besetztmelder zur Steuerung zu verwenden. Und siehe da,
wie alles Geniale :-), ist die Sache ganz einfach. Drei isolierte Abschnitte
bilden den umzupolenden Bereich bzw. Kehrschleife; wobei der Zug per
Besetztmeldung einfach die zwei vor ihm liegenden Abschnitte umpolt. Und
polt wieder zurück, wenn der dritte Abschnitt erreicht und verlassen wird.
Und zwar egal in welcher Richtung gefahren wird.
Übrigens braucht es nicht MX9. Es sollte jeder Melder tun, der Relais
schalten kann.
Die Logik:
Es sind drei Abschnitte mit Besetztmeldern nötig. Alle Abschnitte sind doppelpolig voneinander und vom Rest der Anlage getrennt. In Ruhelage hält Abschnitt A1 dieselbe Polarität wie Strecke Rechts, während die beiden anderen Abschnitte die Polarität der Strecke Links halten. Der Pol oder + ist fett gezeichnet.
Der Zug findet beim Einfahren in die Strecke also immer die richtige Polarität vor. Die anderen Abschnitte werden von den Meldern bedarfsgerecht über Relais geschaltet.
Kommt der Zug von links, werden Melder M3 & M2 den Abschnitt A1 umpolen. Sowie M1 erreicht wird, polen A2 & A3 zurück. Analog dazu funktioniert die Gegenrichtung: M1 wird A2 & A3 umpolen bis M3 erreicht wird und alles durch M3 nach Verlassen wieder in Ausgangslage zurückfällt.
Zu beachten:
· Die längste elektrisch verbundene Einheit muss in Abschnitt A2 passen
· Die längste Lok muss elektrisch in Abschnitte A1 bzw. A3 passen
· Kurze Kontaktunterbrechungen am Gleis sollten die Melder ausgleichen
· Gleichzeitiges Einfahren von beiden Seiten führt zu Aha-Erlebnissen :-)
Schaltbild:
· Drei monostabile doppelpolige Umschaltrelais
· Zwei einpolige monostabile Relais mit Öffner zur Steuerung
· Drei Besetztmelder M mit Offen-Kollektorausgang zum Schalten der Relais
· Eine simple Diode z.B. 1N4148
· Eventuell Freilaufdioden z.B. 1N4148 an den Relaisspulen
· Eine Versorgungsspannung Ub für die Relais
R1 bis R3 schalten die Abschnitte um. RP und RN steuern selbige.
In Ruhelage sind die Abschnittrelais R1-R3 bereit zum Schalten, und zwar über die Öffner von RP und RN.
Die Melder schalten gegen System Masse(Ub minus) mit ihren Offen-Kollektor-Ausgängen.
Die Diode dient zum Entkoppeln von M1 und M2, schließlich soll RP nicht schalten, wenn M2 aktiv wird – logisches Oder M1, M2.
Das Wie:
- Zug fährt von Strecke Links nach Rechts:
- Zug fährt von Rechts nach Links:
1. M1 schaltet A2 & A3. Gleichzeitig öffnet RP den Kontakt für A1. Pol somit oben
2. M2 hält A2 und A3
3. M3 polt R1 um, was nichts macht. Rn öffnet und damit fallen R2 und R3 ab und die Polarität stimmt mit der Strecke links überein
4. M3 wird verlassen und Ruhelage der Relais erreicht
Anmerkung: Braucht man zusätzliche Abschnitte z.B. für Bremsstrecken, so kann die Schaltung mit weiteren Abschnitten und Relais an R2/R3 ergänzt werden.
Gebaut auf Streifenrasterplatinen mit fünf Abschnitten, getestet und im Einsatz.
Bernd Marguerre Mai 2004
b.marguerre@aon.at